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Das war 2017.
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Das war 2017.

Schwalbacher Weihnachtsmarkt am 9. Dezember 2017

Schwalbacher Weihnachtsmarkt am 9. Dezember 2017

Unser Weihnachtsbaum

Wie auch im letzten Jahr nahm der AK Avrillé mit großem Erfolg am Weihnachtsmarkt teil. Die köstlichen Quiches ebenso wie der traditionelle Vin blanc chaud au Calvados fanden viele Freunde.

Krönung des Tages war die Prämierung unseres Standes zum schönsten des Weihnachtsmarktes.

Fröhliche Preisträger

Vielen Dank an alle, die - wie auch in den Jahren zuvor - zum Gelingen beigetragen haben, Dank den Bäckerinnen der Quiches und den vielen Helferinnen und Helfern beim Auf- und Abbau und vor allem bei der so beeindruckenden Gestaltung des Standes.

Monika Beck


Käse und Wein

Auch in diesem Jahre fand am Freitag, 3. November 2017, für Mitglieder und auch Freunde des Arbeitskreises Avrillé, der inzwischen traditionelle Käse- und Weinabend im Bürgerhaus statt. François Jacoulot von „Vins Fins“ in Bad Soden hatte wie in den Vorjahren eine Reihe von Weinen zusammengestellt und servierte sie mit diversen Käsesorten.

Mit einem milden Weißwein aus Bergerac im südfranzösischen Department Dordogne und einem geschmackvollen Riesling aus dem Elsass eröffnete er die Weinprobe. Es folgte ein roter Bergerac, dem sich zur Krönung des Abends ein fruchtiger Bordeaux anschloss. Die Käsesorten aus diversen französischen Regionen passten sich hervorragend in den Weingenuss ein.

Käse und Wein 2017

Genießer im genussvollen Gespräch

Auch wenn schon in den letzten Jahren die Veranstaltung immer sehr gut besucht war, gab es dieses Mal einen solchen Ansturm, dass der Raum bis auf den letzten Platz ausgenutzt wurde und Interessierte sogar abgewiesen werden mussten.

Die Vorsitzende des Arbeitskreises Avrillé, Monika Beck, bedankte sich bei den Gästen und dem Gastgeber aus Bad Soden und alle Erschienenen waren sich einig, wieder einen genussreichen und geselligen Abend verbracht zu haben. „Vivant sequentes“ – es leben die nächsten Treffen in den folgenden Jahren!“

Wolfgang Küper


Sieg menschlicher Gefühle über den Wahnsinn des Krieges
Der Film „Merry Christmas“

Als eine der letzten Veranstaltungen dieses Jahres hatte der Arbeitskreis Avrillé der Städtepartnerschaft mit unserer französischen Partnergemeinde am Mittwoch, 1.11.2017, zu einem Filmabend ins Bürgerhaus eingeladen. Nicht nur die allmählich sich ankündigende Weihnachtszeit, auch das mehrfache Gedenken an den 1. Weltkrieg, das die Programme der letzten Jahre des Arbeitskreises gekennzeichnet hatte, war der Anlass für die Vorführung des Films „Merry Christmas“. Dieses (Anti-) Kriegs- und Liebesdrama, produziert im Jahre 2006 von mehreren Ländern (u.a. Frankreich, Deutschland und Großbritannien) und mit vielen bekannten Darstellern und Sängern (wie Diane Krüger, Daniel Brühl und Rolando Villazon), behandelt ein sehr berührendes, auf realen Vorfällen beruhendes Ereignis zu Weihnachten 1914 an der Westfront in Nordfrankreich.

Einleitend wurde darauf verwiesen, dass dieser Krieg in den beteiligten Ländern in der Vergangenheit ganz unterschiedlich wahrgenommen wurde und erst in den letzten Jahren eine gemeinsame Gedächtniskultur entstanden ist. Davon zeugt diese Koproduktion. Die in seinem Vordergrund stehende Verbrüderung der beteiligten schottischen, französischen und deutschen Soldaten und ihrer Kommandanten aus Anlass des Weihnachtsfestes 1914 erfolgte spontan und ohne erkennbare Unterschiede der beteiligten Gruppen - ganz aus dem Gefühl des Augenblicks heraus.

Die Zuschauer - leider waren nicht sehr viele erschienen - zeigten sich sehr betroffen von der Intensität und Überparteilichkeit des Films - ein schönes Zeichen nicht nur der inzwischen so weit gediehenen deutsch-französischen Freundschaft, sondern auch der gemeinsamen humanen Werte Europas, trotz aller Irrungen und Wirrungen der Vergangenheit, die der Film nicht überging. So kann man abschließend der bei Wikipedia wiedergegebenen Kritik von Filmstarts.de, „Merry Christmas ist sicherlich ein Weihnachtsfilm der besonderen Art, der fernab vom üblichen Zuckerwattenkitsch eine authentische, einfühlsame Geschichte über einen kleinen Frieden im großen Krieg erzählt“, nur zustimmen.

Wolfgang Küper


„Bretagne - zwischen Tradition und Aufbruch“

Zu diesem Thema referierte am 12. Oktober 2017 Dr. Bernhard Jünemann im Schwalbacher Bürgerhaus. Der Arbeitskreis Avrillé und die Kulturkreis GmbH hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen, und ein zahlreiches, zum Teil auch jugendliches Publikum war dieser Einladung gefolgt.

Der Referent nahm die Besucher mit auf eine informative und unterhaltsame Rundreise durch die Bretagne. Anhand von Fotos und Filmsequenzen, überwiegend Früchte zahlreicher Besuche Dr. Jünemanns mit der französischen Partnerfamilie aus dem Arbeitskreis Avrillé in die Heimat des Gastgebers, erhielten die Zuschauer Ausblicke auf die atemberaubenden Landschaften entlang der bretonischen Küste, auf Städte wie Dinan und St. Malo, einst Hochburg der Korsaren, wie Nantes, bekannt für den früher von hier aus betriebenen Sklavenhandel.

Sie erfuhren auch etwas über Orte wie Pont Aven, wo der Maler Paul Gauguin längere Zeit lebte, heute jedoch ungleich bekannter als einer der Schauplätze der Kriminalromane des Autors Jean-Luc Bannalec. Dessen Held, Kommissar Dupin, sorgt – nicht zuletzt durch die Fernsehserie -, für werbewirksame Präsenz der Bretagne und Bekanntheit ihres Lokalkolorits.

Natürlich führte die Reise auch nach Carnac mit seinen berühmten Menhiren, die fast jedem aus „Asterix und Obelix“ als Hinkelsteine geläufig sind.

Dr. Jünemann informierte das Publikum über die Prägung der bretonischen Region durch einen tief verwurzelten Katholizismus, die ihren Ausdruck findet in vielen, uns zum Teil unbekannten Heiligen gewidmeten, Kirchen, ebenso wie in den regionaltypischen „Kalvarienbergen“, steinernen Monumenten der Leidensgeschichte Jesu, die oft von der Seeluft in Jahrhunderten nahezu unkenntlich gemacht wurden.

Bretonische Zweisprachigkeit, deutlich in Hinweisschildern, bretonische Trachten, bretonische Musikinstrumente wie Drehleier und Bombarde dokumentieren das lebendige Traditionsbewusstsein der Bretonen .

Wie sich der typische Bretone selbst charakterisiert, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Es reicht bei Weitem nicht, „bretonische Eltern zu haben“, er muss „beständig sein in seinen Überzeugungen und vor allem treu in den Freundschaften“.

Monika Beck und Dr. Bernhard Jünemann

Monika Beck (links) und Dr. Bernhard Jünemann
Foto: ©Jürgen Schulte-Mäter

Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Monika Beck, dankte am Ende Dr. Jünemann für seinen gelungenen Vortrag, der authentische Ergebnisse seiner deutsch-französischen Exkursionen glänzend ins Bild setzte - insofern auch lebendiges Dokument der deutsch-französischen Freundschaft und speziell der zwischen Schwalbach und Avrillé.

Monika Beck


Suzanne Bohn: Die Geschichte der Kurtisanen in Frankreich

Am Mittwoch, 06.09.2017, fand eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Programms des AK Avrillé im Kulturkreis statt.

Die Referentin Suzanne Bohn, die schon einige Male in Schwalbach zu diversen Themen gesprochen hatte, hielt im Gruppenraum 7/8 des Bürgerhauses einen Vortrag über die Geschichte der Kurtisanen in Frankreich.

Vortrag über die Geschichte der Kurtisanen in Frankreich

Ausgehend von einem kurzen Rückblick auf die griechische und römische Kulturgeschichte konzentrierte sie sich dann auf die Rolle der Kurtisanen im Frankreich bzw. Paris des 19.Jahrhunderts, die häufig von Schriftstellern wie Maupassant, Proust usw. geschildert wurde.

Anders als die ausgewählten Favoritinnen der Könige und des Adels in vorangegangenen Jahrhunderten verstanden sich die Kurtisanen überwiegend als frei und unabhängig von ihren ‚Verehrern‘ und unterhielten häufig feste Beziehungen zu mehreren Männern.

Oft waren sie nicht nur außerordentlich schön, wie anhand von Gemälden berühmter Maler wie Manet, Degas, Renoir, aber auch in frühen Fotografien von der Referentin überzeugend verdeutlicht wurde, sondern galten auch als gebildet und geistreich.

Aus einfachsten Verhältnissen kommend betrieben sie in der Regel zielstrebig ihren sozialen Aufstieg.

Paris habe sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem „Epizentrum“ des europäischen Sextourismus mit circa 80 000 Prostituierten und etwa 40 Kurtisanen entwickelt. Vor allem zu Zeiten vorwiegend arrangierter Ehen in Adel und gehobenem Bürgertum waren – so Suzanne Bohn - die Dienste der Kurtisanen begehrt.

Die Frage am Ende der Veranstaltung, ob die Kurtisane als Beispiel für eine im heutigen Sinn emanzipierte Frau gelten kann, wurde von der Referentin klar verneint. Trotz positiver Darstellungen in Literatur und Malerei – bezogen auf sozialen Aufstieg, luxuriöses Leben und gelegentlichen Einfluss auf mächtige Männer in gehobenen Positionen – seien sie letztlich doch immer von Männern abhängig gewesen und geblieben, wie Suzanne Bohn einem interessierten Publikum erläuterte. „Glanz und Elend“ der Kurtisanen lagen nahe beieinander.

Der nächste Vortrag findet am 12.10.2017 statt und wird das Thema „Bretagne – zwischen Tradition und Aufbruch“ behandeln. Dr. Bernhard Jünemann zeigt Fotos und Filmsequenzen atemberaubender Landschaften und berichtet über die stolzen Bretonen.


Galante Abenteuer an einem schwülen Sommerabend

Am Mittwoch, 21.6.2017, stellte im Rahmen des Kulturprogramms des Arbeitskreises der Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach die langjährige Kulturbeauftrage Margot Comes im Gruppenraum 7/8 des Bürgerhauses das Buch „Bel Ami“ des französischen Schriftstellers Guy de Maupassant vor.

Margot Comes: „Bel Ami“

Margot Comes: „Bel Ami“

Der Schriftsteller Guy de Maupassant (1850 bis 1893) stammte, wie Margot Comes einleitend erläuterte, aus normannischem Landadel, schrieb ca. 300 Novellen und Erzählungen sowie mehrere Romane, darunter den über den Frauenheld Georges Duroy, mit dem er der Gesellschaft seiner Zeit kritisch den Spiegel vorhielt. „Bel Ami“ beschreibt den Aufstieg eines jungen Mannes zu einem Starjournalisten, skrupellos, ehrgeizig, geschickt und charmant im Umgang mit den Frauen.

Es gelangten im Laufe des Abends mehrere Passagen des Buches zur Lesung: galante Abenteuer, Verführungsgeschichten (erst die Mutter, dann die Tochter), Scheidung und Entführung. Dabei standen die Entwicklung der Handlung, die Charakterisierung der Personen und die Beschreibung besonderer Situationen im Vordergrund. Die Referentin gab herrliche Einblicke in das interessante Leben des „Bel Ami“ und sorgte mehr als einmal für belustigtes Schmunzeln im Publikum.

Sein Lebenswandel bekam dem Schriftsteller nicht besonders. Schon mit etwas über 40 Jahren bemerkte er ein Nachlassen seiner geistigen Kräfte. Mit Morphium bei mehreren Selbstmordversuchen suchte er seinen Verfall (Syphilis) zu bekämpfen und starb früh in geistiger Umnachtung.

Die trotz der Schwüle des heißen Sommerabends Erschienenen dankten Margot Comes mit herzlichem Beifall für ihre amüsante Vorstellung.

Wolfgang Küper


Von der Loire zum Rhein.
Treffen der Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach

Vom 25.05. bis 28.05.2017 fand der diesjährige Besuch französischer Bürgerinnen und Bürger aus Avrillé in Schwalbach statt. Im Rahmen der seit fast 40 Jahren jährlich zwischen den beiden Partnerstädten wechselnden Besuchsreisen hatten dieses Mal wieder 20 Gastfamilien aus Schwalbach insgesamt 39 Gäste aus Avrillé aufgenommen.

Nach der langen Anfahrt aus Frankreich kam der Bus am Himmelfahrtstag abends mit einer leichten Verspätung an. Nach einer kleinen Erfrischung und der Begrüßung im Bürgerhaus verteilte man sich auf die Gastfamilien. Der nächste Tag stand zunächst zur freien Verfügung mit den Gastfamilien. Er wurde vielfach zu kürzeren oder ausgedehnteren Ausflügen in die nähere Umgebung, nach Kronberg, Frankfurt oder in den Rheingau genutzt. Am Abend lud dann der Magistrat der Stadt zu einem festlichen Empfang im großen Saal des Bürgerhauses ein.

Geschenkübergabe unserer Freunde aus Avrillé an den Arbeitskreis

Geschenkübergabe unserer Freunde aus Avrillé an den Arbeitskreis:
Marie-Thérèse Brec, Sabine Neumann-Paul, Monika Beck, Lucien Hamon (v. li. n. re.)

Für die hervorragende musikalische Umrahmung der Festreden sorgten zwei junge Damen, die „Ladybirds“. Die Bürgermeisterin Christiane Augsburger und der Beigeordnete Laurent Prétrot als Vertreter des Bürgermeisters von Avrillé würdigten in teilweise sehr ergreifenden Worten die deutsch-französische Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden, die ihre besondere Intensität gerade in den schweren Zeiten, in denen sich die Europäische Gemeinschaft befindet, unter Beweis stellt. Es folgten die Grußworte der beiden Verantwortlichen für die Städtepartnerschaft Avrillé – Schwalbach, Jean René Brillouet und Monika Beck, und Ehrungen von Trudel Schulte-Mäter durch die Stadt Avrillé und Emile Arnou durch den Arbeitskreis. Der Chor der Gäste aus Avrillé trug dann das herrliche Lied „Mon Val de Loire“ von Georges Cantournet vor, womit er das besondere Motto des Treffens – „Von der Loire zum Rhein“ setzte. Bei der Fahrt an den Rhein und beim Abschied erklang es dann noch einige Male. Mit dem Schlusslied der „Ladybirds“ „Aux Champs-Elysées“, in das die Anwesenden einstimmten, endete der offizielle Teil. Dann wurde das wohlschmeckende und reichhaltige Buffet eröffnet. Zum Schluss erhielten die französischen Gäste als Geschenk der Stadt eine Flasche des Albertsweins – Produkt einer Kooperation der Albert-Einstein-Schule mit dem Weingut Hück in Hochheim.

Am Samstag, 27.05.2017, gab es einen ganztägigen Ausflug an den Rhein. Der führte zunächst nach Rüdesheim in den Ostein‘schen Park im Niederwald mit dem Niederwalddenkmal und zu einem Spaziergang durch den herrlichen Frühlingswald zum Jagdschloss Niederwald oberhalb von Assmannshausen. Mit dem Sessellift ging es dann "über Reben schwebend" hinunter nach Assmannshausen, wo man sich im Hotel „Unter den Linden“ direkt am Rhein zum Mittagessen, begleitet von den herrlichen Weinen der Region, niederließ. Anschließend fuhr der Bus weiter nach St. Goarshausen. Dort, in unmittelbarer Nähe der Loreley, trat man dann eine ausgiebige Schifffahrt zurück nach Rüdesheim an. Hier standen die Busse bereit zur Rückfahrt nach Schwalbach, wo man kurz nach 19.00 Uhr ankam. Alle hatten wahrhaft, wie Monika Beck zum Abschied sagte, einen wunderbaren Tag verbracht.

Am Niederwalddenkmal

Am Niederwalddenkmal

Leider ging es dann schon am frühen Sonntagmorgen zurück nach Avrillé. Und wieder schien die Sonne, wie während des gesamten Aufenthalts der französischen Gäste. Der Abschiedsschmerz nach diesen harmonischen, außerordentlich freundlichen und für die Partnerschaft und die deutsch-französische Freundschaft ebenso wie ein gemeinsames Europa so hoffnungsvollen Tagen wurde etwas gemildert durch den tröstenden Zuruf von Jean-René Brillouet: „Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr in Avrillé“. Das Datum liegt schon fest: der 5. und 6. Mai 2018. Zu diesem Zeitpunkt wird dann das 40-jährige Jubiläum der Partnerschaft in besonders festlichem Rahmen auch mit den anderen Partnerstädten Fen Edge Villages und Ripollet begangen.

Wolfgang Küper

Aus der französischen Presse:

Les liens toujours aussi fort avec Schwalbach

L'amitié franco-allemande perdure


Gotische Kathedralen in Frankreich

Zu einem Vortrag unter diesem Titel hatte der Arbeitskreis „Städtepartnerschaft Avrillé“ für Dienstag, 9. Mai 2017 eingeladen, und eine beachtliche Zahl von Zuhörern folgte mit Interesse den Ausführungen des Vortragenden. Dieter Kunze (Schwalbach) behandelte das Thema unter vielfältigen Gesichtspunkten. Zwei Betrachtungsweisen stehen am Beginn der Beschäftigung mit dem Phänomen „Gotik“, das seine markanteste Ausprägung in der Form der Kathedrale gefunden hat: Man kann sie betrachten als Ausdruck des Religiösen, das im Mittelalter eine das Leben der Menschen beherrschende Rolle gespielt hat, und man kann das erstaunliche Ingenieurwissen bestaunen, ohne das diese Wunderwerke nicht hätten entstehen können. Dieter Kunze ging diesen Themen mit Sachkenntnis und Engagement auf den Grund.

Dieter Kunze: „Die gotische Kathedrale“

Dieter Kunze: „Die gotische Kathedrale“

Lange Zeit galten die gotischen Kathedralen als „ohne allen Geschmack“, „vernachlässigungswert“ und als „missgeformte Ungeheuer“ (der Begriff „gotisch“ stand für „barbarisch“); selbst Goethe war dieser Meinung, bis der Besuch des Straßburger Münsters eine Umkehr dieser Meinung bewirkte. In seinem Vortrag ging Dieter Kunze genau und kenntnisreich auf die vielfältigen Aspekte des Themas ein. Er berichtete von der späten Wiederentdeckung der Gotik (19. Jahrhundert) und stellte das mittelalterliche Weltbild und die auslösenden Momente der Entstehung der Gotik vor. Ganz in seinem Element war er bei der Beschreibung von Gestalt und Konstruktion der Kathedrale, um schließlich als Endpunkt die Funktion des Gotteshauses und das mittelalterliche Leben in ihm zu schildern. Reiches Bildmaterial (Aufnahmen aus Paris, Laon, Strasbourg, Chartres, Reims, Soissons, Amiens, Beauvais) unterstützte seine Ausführungen, die das Publikum mit lang anhaltendem Beifall honorierte.

Margot Comes


Filmabend: „Frantz“ im Bürgerhaus

Wie seit vielen Jahren gab es auch in diesem Jahr wieder ein Filmangebot des Arbeitskreises „Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach“ im Bürgerhaus. Dabei handelt es sich um Werke, die einen Bezug zu Frankreich haben. So stand am 26. April 2017 der Film „Frantz“ von Francois Ozon, einem der zur Zeit wichtigsten französischen Regisseure, auf dem Programm.

Der Film spielt unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg und handelt von den Verlusten und Zerstörungen, die dieser Krieg auf beiden Seiten angerichtet hat. Anhand individueller Schicksale werden sowohl die Voraussetzungen als auch die leidvollen Folgen dieses Krieges wie des Krieges überhaupt dargestellt. Dem Regisseur ging es dabei nicht nur um Einzelpersonen, sondern auch um die Beziehung der Nachbarländer Frankreich und Deutschland im Besonderen, wie aus einem Interview hervorgeht, in dem er sagte: „Es war sehr wichtig für mich, die Geschichte von einem deutschen Standpunkt aus zu erzählen, gesehen mit den Augen derjenigen, die durch den Versailler Vertrag gedemütigt wurden. So konnte ich abbilden, wie Deutschland in dieser Zeit fruchtbarer Boden für den sich ausbreitenden Nationalismus war.“

Zu Beginn führte Frau Dr. Scholtz das Publikum in gewohnt souveräner Weise in das filmische Werk ein. Sie wies auf die für den Regisseur typischen Elemente hin und gab Tipps, worauf die Zuschauer besonders achten sollten. Bei der Nachbesprechung wurde von dem sehr interessierten Publikum immer wieder die beeindruckende Qualität des Films betont.

Die Tatsache, dass eine Delegation aus Schwalbach mit Bürgern aus Avrillé im letzten September in Verdun zusammengetroffen war und man gemeinsam der Ereignisse während des Ersten Weltkrieges gedacht hatte, machten den Film noch eindringlicher, wie Monika Beck erinnerte. Ein Filmabend, der sich gelohnt und zutiefst beeindruckt hat.


Neujahrstreffen am 13.01.2017

Wie in den vergangenen Jahren hatte der Arbeitskreis Städtepartnerschaft Avrillé–Schwalbach in der Kulturkreis GmbH am 13.01.2017 wieder zu einem Neujahrstreffen im Gruppenraum 7/8 des Bürgerhauses geladen. Die Tische waren in den französischen Farben geschmückt, der Ausschank gut bestückt, und fleißige Hände hatten ein köstliches Bufett und eine verführerische Nachtisch-Ecke vorbereitet.

Viele Mitglieder des Arbeitskreises und Gäste waren erschienen. Frau Anke Kracke, die Geschäftsführerin der Kulturkreis GmbH, ließ es sich nicht nehmen, alle zu begrüßen. Die Vorsitzende des Arbeitskreises, Frau Monika Beck, gab sodann einen Einblick in die Arbeit des Arbeitskreises und sprach von einer langen Tradition des Rückblicks und des Ausblicks beim Jahrestreffen und der Zeit, in der man zusammensitzt und miteinander redet. Wie immer die Weltlage im vergangenen Jahr war, das Programm des Arbeitskreises war interessant. Sie hob vor allem die Bürgerfahrt nach Avrillé hervor und das Treffen in Verdun von Vertretern der beiden Partnergemeinden im November 2016 zum Gedenken an die fürchterliche Schlacht im 1. Weltkrieg. Im neuen Jahr freuen wir uns schon auf den Besuch unserer französischen Freundinnen und Freunde im Mai und weitere interessante Veranstaltungen, die die langjährige Organisatorin des Veranstaltungsprogramms, Frau Margot Comes, später noch erläuterte.

Anhand entsprechender Bilder einer PowerPoint-Präsentation zogen dann die Veranstaltungen des letzten Jahres noch einmal an den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Abends vorbei. Abschließend wurde der Verstorbenen unter unseren Freunden aus Avrillé und Schwalbach gedacht.

Die Vorsitzende dankte sodann dem Chronisten der Veranstaltungen und Protokollanten der Sitzungen des Arbeitskreises, Dr. Wolfgang Küper, sowie dem kundigen und eifrigen Pfleger der Internet-Seite, Herrn Erich Stichel, für ihre Dienste, während das seit einem Jahr amtierende neue Duo an der Spitze des Arbeitskreises, Frau Monika Beck und Frau Sabine Neumann-Paul, den Dank der Kulturkreisgeschäftsführerin Frau Anke Kracke in Form eines wunderschönen Blumenstraußes entgegennahm. Die Vorsitzende gab diesen Dank zurück und erwähnte lobend das große Engagement der Stadt für die Partnerschaft, in das sie auch Herrn Achim Lürtzener vom Jugendamt einschloss, der sich sehr um die Beteiligung von Jugendlichen an den Aktivitäten der Partnerschaft bemüht.

Dann durfte man sich auf das prächtige Buffet „stürzen“, was ausgiebig geschah. Parallel liefen noch Bilderreihen über die Bürgerfahrt nach Avrillé und das Verdun-Treffen sowie Auszüge aus einem Film der Franzosen über Verdun. Dieser soll demnächst noch einmal in seiner ganzen Länge - einschließlich der Gedenkrede von Frau Bürgermeisterin Augsburger - gezeigt werden.

Schließlich gab es dann auch noch einen wunderschönen Blumenstrauß für Frau Margot Comes für ihre wertvolle Arbeit bei Zusammenstellung und Durchführung des Kulturprogramms. Sie bedankte sich ausdrücklich für das große Interesse am Kulturprogramm und versprach auch weitere spannende Abende zur „Civilisation Française“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Neujahrstreffens

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Neujahrstreffens (Foto: Bär)

Ein rundum gelungener und interessanter Abend! Besonders auffallend war eine rege Beteiligung von Jugendlichen, die mit in Avrillé und in Verdun waren. Wenn es weiter so gut gelingt, auch die Jugend in die Partnerschaft einzubeziehen, wird sie noch lange Bestand haben, auch wenn das eine oder anderer ältere Mitglied sich allmählich altersbedingt zurückziehen muss.

Wolfgang Küper


 
Freunde Avrillé | kulturkreis@schwalbach.de