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Das war 2020.

Ein „Käse und Wein“-Abend der anderen Art

Mit großem Bedauern musste der Arbeitskreis Avrillé akzeptieren, dass der „Käse und Wein“-Abend, der inzwischen auf eine lange Tradition verweisen kann, (wie der Weihnachtsmarkt) in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden kann.

Die Überlegung, was von dem Treffen „zu retten“ sei, führte zu einer Zusammenkunft der anderen Art, sogar länderübergreifend.

Am 5. Dezember 2020 trafen sich acht Schwalbacher und acht Freunde aus Avrillé in jeweils zwei Haushalten zu einer Videokonferenz unter der technischen Leitung von Thomas Nordmeyer und der Moderation von Monika Beck, der Vorsitzenden des AK Avrillé. Eine Stunde lang unterhielten sich die Teilnehmer über viele Themen. Natürlich standen dabei die aktuellen Beschränkungen, von denen wir hier wie dort betroffen sind, im Mittelpunkt. Drei Stunden Aufenthalt außer Haus in einem Radius von wenigen Kilometern, immer das Mitführen eines „Passierscheins“, auf dem der Grund für den Aufenthalt im Freien angegeben werden muss - damit müssen sich die französischen Freunde abfinden, wie Patrice Petitpoisson, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Avrillé berichtete.

Dennoch gibt es in Frankreich dagegen vergleichsweise weniger laute Protestaktionen als in Deutschland. Erstaunlich jedoch, dass laut Umfragen in Frankreich die Impfbereitschaft deutlich niedriger liegt als bei uns.

Fröhlich und guter Dinge: Wir Freundinnen und Freunde aus Avrillé und Schwalbach

„Wie wird Weihnachten unter diesen Bedingungen gefeiert werden?“, das war natürlich ein zentrales Thema der digitalen Adventszusammenkunft. Aber auch persönliche Fragen, z. B. nach dem Geburtstermin des Enkelkinds eines französischen Freundes, waren von Interesse.

Auf beiden Seiten waren die Teilnehmer gut versorgt, nicht nur mit Käse, sondern auch mit vielen anderen Köstlichkeiten, die in die Kamera gehalten wurden, und, wie könnte es anders sein, mit Wein, mit dem auf die deutsch-französische Freundschaft vor Ort und per Bildschirm angestoßen wurde.

Die zunehmend heitere „Konferenz“ endete mit dem von allen geäußerten Wunsch, sich im kommenden Jahr persönlich wiederzusehen.

Käse und Wein wurden dann konkret ohne Kamera und digitale Verbindung in kleinem Kreis und doch gesellig gekostet.

Monika Beck


Louis Pasteur und Robert Koch

Das RKI (Robert Koch-Institut) ist zurzeit in aller Munde. Dr. Michael Molter berichtete am 14. Oktober 2020 in einem Vortrag von den Anfängen der modernen Forschung über ansteckende Krankheiten, Epidemien und deren Bekämpfung durch Impfung.

Im für Coronaverhältnisse sehr gut besuchten Großen Saal des Bürgerhauses veranstalteten die Arbeitskreise Avrillé und WiTechWi der Kulturkreis Schwalbach GmbH diesen gemeinsamen Informationsabend zur Medizingeschichte.

Dr. Michael Molter: "Louis Pasteur und Robert Koch"
Foto: Kulturkreis GmbH

Louis Pasteur, geb. 1822, Chemiker und Physiker, beschäftigte sich zunächst mit der alkoholischen Gärung und entdeckte dabei, dass bei diesem Vorgang Mikroorganismen (heute wissen wir: Hefe) eine Rolle spielen. Diese Erkenntnis sollte seine zukünftigen Forschungen beeinflussen. Seine Arbeiten über die Weinsäure führten ihn auch nach Deutschland. Das Land und die chemische Forschung begeisterten ihn sehr. Der französisch-deutsche Krieg von 1870/71 veränderte aber seine Einstellung zu Deutschland drastisch.

Robert Koch, geb. 1843, wollte eigentlich zur See fahren. Jedoch seine Kurzsichtigkeit verhinderte das. Schließlich studierte er Medizin und forschte, wie auch Pasteur, über den Milzbrand. Auch er wurde aber durch die nationalistischen Gegensätze und den Krieg zwischen Deutschland und Frankreich geprägt. Außerdem verstand er kein Französisch, auch das verhinderte später einen vernünftigen wissenschaftlichen Dialog mit Pasteur.

Pasteur vertrat frühzeitig die Meinung, dass Mikroorganismen maßgeblich an der Verbreitung von Seuchen beteiligt seien. Berühmte Mediziner der Zeit, z.B. Virchow, bestritten das lange. Die Forschung zum Milzbrand brachte schließlich den Beweis zur Rolle der Bakterien bei dieser Tierseuche. Die Tatsache, dass die Bakterien als Sporen lange im Boden überleben können, erklärte auch, dass immer wieder Milzbrand in bestimmten Gegenden auftrat. Sowohl Pasteur und seine Mitarbeiter als auch Koch fanden getrennt viel zum Milzbrand heraus. Pasteur entwickelte sogar einen wirksamen Impfstoff. Koch aber wollte die Beiträge von Pasteur nicht anerkennen und stellte dessen Erkenntnisse immer wieder in Frage. Als 1883 in Ägypten die Cholera ausbrach, reisten sowohl Pasteur als auch Koch mit jeweils einem Team dorthin, um Wege zu Bekämpfung dieser Seuche zu finden. Die Atmosphäre zwischen ihnen war aber so vergiftet, dass eine Zusammenarbeit nicht möglich war. Im Gegenteil: Man versuchte sogar, sich gegenseitig zu behindern. Trotzdem gelang es Koch, sehr zum Ärger von Pasteur, entscheidende Maßnahmen (Hygiene) zu Bekämpfung der Cholera zu finden. Die Tollwut wurde auch von beiden Wissenschaftlern untersucht. Auch hier war der Streit für die Erforschung nicht förderlich. Letztendlich fand Pasteur einen Impfstoff gegen diese Krankheit. Koch suchte daraufhin ein Mittel gegen eine weitere verbreitete Seuche der Zeit, die Tuberkulose. Seine Lösung, das Tuberkulin, stellte sich aber als unwirksam zu Heilung heraus.

Dieser Streit der beiden Wissenschaftler sollte leider auch später die Rivalität zwischen Deutschen und Franzosen in der Forschung zu Infektionskrankheiten prägen. 1888 wird in Paris das „Institut Pasteur“ eröffnet, 1891 in Berlin das „Institut für Infektionskrankheiten“ (heute Robert Koch-Institut). Aus beiden Instituten gingen bedeutende Forscher hervor, die wichtige medizinische Erkenntnisse gewannen. Trotzdem behinderte der Streit auch diese Forschungen immer wieder. Erst 1892 gab es leichte Tendenzen zur Versöhnung der beiden Lager, als Pasteur anlässlich seines 70. Geburtstags zum Ehrenmitglied der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft ernannt wurde. Pasteur starb 1995.

Koch wurde dann auch 1902 als Nachfolger Virchows zum Mitglied der Académie des Sciences berufen. 1905 erhält er den Nobelpreis. Er starb 1910.

Abschließend hob Dr. Molter nochmals hervor, wie schädlich der nationalistische Streit zwischen den Wissenschaftlern war und wie wichtig die Kommunikation untereinander ist. Gerade heute kann man das anhand der zügigen Entwicklung von Impfstoffen gegen das Corona Virus sehen.

Der nächste WiTechWi-Vortrag wird am 11. November 2020 zum Thema „Nachhaltige Kapitalanlagen – gutes Gewissen und gute Rendite?“ stattfinden.


Die Dreyfus-Affäre: „Intrige“ - Film von Roman Polanski

Eine gute Woche nach dem Vortrag zur Dreyfus-Affäre von Matthias Hofmann zeigte der AK Avrillé im Kulturkreis in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich -Jüdische Zusammenarbeit am 2. Oktober 2020 den Film „Intrige“ von Roman Polanski (2019), der eben dieses Ereignis am Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich behandelt. Die Vorsitzende des Arbeitskreises Monika Beck gab den mehr als 30 Interessierten eine kurze Einführung in die Thematik. Im Gegensatz zum französischen Zuschauer, den der franz. Originaltitel „J‘accuse“ („Ich klage an“) unmissverständlich auf die Affäre Dreyfus und die berühmte Stellungnahme des Schriftstellers Émile Zola dazu verweist, bleibt der deutsche Titel „ Intrige“ allgemein, wirkt aber auch prinzipieller.

Der Film – hoch gelobt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet - sprach das Schwalbacher Publikum an - trotz seiner Überlänge.

Interessiertes Publikum - mit Abstand
© Sabine Neumann-Paul

Am Ende verwies Monika Beck auf den nächsten Vortrag in Kooperation zwischen Arbeitkreis Avrillé und WiTechWi: „Louis Pasteur und Robert Koch - eine traurige französisch-deutsche Geschichte“, der neben dem hochaktuellen Thema internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit auch wieder die deutsch-französischen Beziehungen Ende des 19. Jahrhunderts behandelt.

Monika Beck


Die Dreyfus-Affäre, ein französischer Justizskandal im 19.Jahrhundert

Am Dienstag, 22. September 2020, fand nach langer (Corona-bedingter) Pause der erste Vortragsabend im Bürgerhaus statt, im Rahmen des Kulturprogramms des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach. Der Historiker Matthias Hofmann referierte vor mehr als 30 Interessierten über die Affäre Dreyfus im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Eingeladen hatte neben dem Arbeitskreis Avrillé-Schwalbach in der Kulturkreis Schwalbach am Taunus GmbH auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Main-Taunus.

Nach einer kurzen Einführung der ehemaligen Vorsitzenden des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach, Margot Comes, ging der Referent zunächst auf den deutsch-französischen Krieg 1870/71 ein, dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und Staat, insbesondere auf die Situation des Elsass, aus dem Dreyfus stammte,und seine Biografie. Die Anklage und Verurteilung wegen Landesverrats zugunsten des deutschen Kaiserreichs wurden zum einen wegen der familiären Bindungen des Offiziers an das Elsass, das an Deutschland gefallen war, zum anderen teils latent, teils offen durch den Antisemitismus gegenüber dem Juden Dreyfus negativ beeinflusst. Seine Verurteilung basierte auf rechtswidrigen Beweisen und zweifelhaften Handschriften-Gutachten. Dreyfus, der auf die Teufelsinsel verbannt wurde, vertraute bei seinen Bemühungen um seine Rehabilitierung loyal auf Militär und Justiz, während es nicht zuletzt auf Grund der Solidaritätsbekundungen - bis hin zu Zolas berühmter Schrift J’accuse - zu einer Spaltung der französischen Gesellschaft kam , die auch nach Aufdeckung der Intrige, Entlarvung des wahren Verräters, Revision (mit nochmaliger Verurteilung und gleichzeitiger Begnadigung) anhielt. Auch nach seinem Freispruch und der Aufnahme in die Ehrenlegion blieb Dreyfus noch lange nationalistisches, antisemitisches Hassobjekt, auf das immer wieder Anschläge verübt wurden (so z. B. beim Trauermarsch für Émile Zola).

1935 starb Dreyfus, seine Frau Lucie, die sich engagiert für die Rehabilitierung ihres Mannes eingesetzt hatte, flüchtete 1940 aus dem von Deutschland besetzten Teil Frankreichs in die freie Zone, um der Judenverfolgung zu entgehen, und überlebte den Zweiten Weltkrieg versteckt in einem Nonnenkloster.

Matthias Hofmann: "Die Dreyfus-Affäre"
© Sabine Neumann-Paul

Der Referent entwarf ein anschauliches und lebendiges Bild der historischen Vorgänge und besonders der Person Dreyfus‘, der Intrigen und der Polarisierung der französischen Gesellschaft Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, die in der Frage der beantragten, aber noch nicht vollzogenen Überführung der „Ikone“ Dreyfus ins Pantheon bis heute wirkt.

Monika Beck, die Vorsitzende des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach, dankte dem Referenten für seinen gelungenen Vortrag, gab einige ergänzende Hinweise auf die Spaltung auch der Künstler- und Schriftstellerszene der Zeit in Sachen Dreyfus und verwies auf die nächste Kultur-Veranstaltung des Arbeitskreises am Freitag, 2. Oktober 2020, Roman Polanskis Film „Die Intrige“ aus dem Jahr 2019, die aktuellste künstlerische Bearbeitung der „Affäre Dreyfus“.

Monika Beck


Neujahrsempfang des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach

Zum traditionellen Neujahresempfang des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach konnte die Vorsitzende Monika Beck am vergangenen Freitag, 24. Januar. 2020, zahlreiche Mitglieder und Gäste im Bürgerhaus begrüßen.

In einem Rückblick wurden in Wort und Bild die verschiedenen Aktivitäten des Arbeitskreises, von Vorträgen über Exkursionen zu gastronomischen Ereignissen kurz dargestellt, stets mit deutlichem Bezug zu Frankreich und französischer Kultur. Höhepunkt waren die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach im September des vergangenen Jahres, zu denen die französischen Freunde zu Gast waren. Eindrucksvolle Bilder der Fotografen Rolf Bär und H. Pfannkuch hatte Dr. Bernd Jünemann zu einer Bildsequenz mit passender Musik zusammengestellt, die das abwechslungsreiche Programm des Jubiläumstreffens lebendig werden ließ und das Publikum begeisterte.

Die Vorsitzende dankte allen Mitgliedern des Arbeitskreises für ihr Interesse und Engagement. Das kulinarische Rahmenprogramm des Abends, das traditionelle Büffet – ein Gemeinschaftswerk der Teilnehmerinnen und Teilnehmer –, war mit allerlei Köstlichkeiten bestückt.

Ganz besonders dankte Monika Beck der ehemaligen Vorsitzenden Margot Comes, die sich nach wie vor um das Kulturprogramm verdient macht und in diesem Jahr auch wieder selbst referiert, dem langjährigen geschätzten Protokollanten und Pressewart Dr. Wolfgang Küper, dem verlässlichen Betreuer der Homepage Erich Stichel, dem Organisator diverser Bildpräsentationen Dr. Bernhard Jünemann und dem stets präsenten Fotografen Rolf Bär und schließlich ihrer Stellvertreterin Sabine Neumann-Paul für die gute und effektive Zusammenarbeit. Anke Kracke, Leiterin des Kulturkreises, hatte Blumensträuße für die Damen und würdigte ihrerseits das sehr große Engagement Monika Becks. Für die Herren gab es Wein oder Süßes als Dankeschön.

Der Neujahrsempfang unseres Arbeitskreises war gut besucht.
Foto: Peter Bär

Monika Beck gab anschließend einen kurzen, vielversprechenden Überblick über das Kulturprogramm 2020 und konnte dabei an bereits bewährte und erprobte Themen, Referenten und Künstler anknüpfen, aber auch auf Neues hinweisen. Die angeregten Gespräche zeigten, dass der gelungene Abend ein erfolgversprechender Start ins Veranstaltungsjahr 2020 des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé-Schwalbach im Kulturkreis war.

Hans-Joachim Kress-Beck

 
Freunde Avrillé | kulturkreis@schwalbach.de